2008: Und ewig rauschen die Gelder

Informationen zum Stück

Inhalt: Eric Swan brachte es nicht über‘s Herz, seiner Frau Linda zu gestehen, dass er vor zwei Jahren seinen Job verloren hatte. Der wöchentliche Scheck vom Sozialamt für seinen gerade nach Kanada ausgewanderten früheren Untermieter war die finanzielle Rettung und gleichzeitig der Anfang einer zweiten Karriere als Virtuose auf der Klaviatur der großzügigen britischen Sozialverwaltung.
Während Linda glaubt, er würde jeden Morgen wie sie zur Arbeit gehen, löst Eric eine Lawine staatlicher Hilfsbereitschaft aus, indem er zusätzlich zu seinem neuen Untermieter noch Dutzende weiterer hilfsbedürftiger Hausbewohner erfindet und das soziale Netz zum Trampolin für ungeahnte finanzielle Höhenflüge macht. Er beantragt und erhält Alters-, Invaliden-, Unfall- und Frührente, Schlechtwetter-, Kranken-, Wohn- und Kindergeld, sogar die Schulmilch läßt er nicht aus. Als dann eines Tages ein Außenprüfer des Sozialamtes vor der Tür steht, beginnt eine aberwitzige Verwechslungs- und Verwandlungskomödie, an deren Ende eine Überraschung für das nicht mehr erwartete Happy-End sorgt. Michael Cooneys Erstling steht ganz in der Tradition englischer Komödien-Autoren. Mitten aus dem Leben gegriffen, lassen Wortspiel und Situationskomik kein Auge trocken.

Der Verlag

Besetzung:

Eric Swan – Lothar Neumann
Linda Swan – Ilona Neumann
Norman Bassett – Christian Schneider
Mr. Jenkins – Michael Rother
Onkel George – Ottmar Bulle
Sally Chessington – Andrea Schmolke
Dr. Chapman – Manfred Altmann
Mrs. Forbright – Iris Altmann
Mrs. Cowper – Antje Hörl
Brenda Dixon – Stephanie Hupfeld

Regie: Ilona Neumann und
Stephanie Hupfeld

Presse HNA 9.1.2008

Mieter erfinden und Geld kassieren

Volksbühne Bad Emstal steckt in der Arbeit für neue Aufführung – Premiere am Ostersamstag

BAD EMSTAL. Tief stecken sie ihre Köpfe in die Textbücher. Hin und wieder wird herzhaft gelacht – zu komisch sind manche Wortspielereien. Zwischendurch werden erste Szenen zur Auflockerung nicht nur gelesen, sondern auch schon gespielt: Die Mitglieder der Volksbühne Bad Emstal haben mit den Proben für das neue Stück begonnen.

Immer kurz nach dem Jahreswechsel stürzen sich die Schauspieler in die Arbeit für ein Theaterwerk, das sie dann zu Ostern (Premiere ist am Samstag, 22. März) aufführen. Ausgesucht hat der Vorsitzende der Amateurtheaterbühne, Lothar Neumann, gemeinsam mit den beiden Regisseurinnen Ilona Neumann und Stephanie Hupfeld diesmal die Komödie „Und ewig rauschen die Gelder“ (Cash on Delivery) des britischen Erfolgsautoren Michael Cooney.

„Diese Komödie ist mitten aus dem Leben gegriffen.“ (Ilona Neumann, Regisseurin)

Verwechslungen, tragikomische Vertuschungen, jede Menge Türen und Männer in Frauenkleidern: Das sind einige der wirkungsvollen Zutaten für irrwitzige Situationen in der die eigentlich gar nicht so lustigen Geschichte vom Arbeitslosen, der das Sozialamt täuscht.
25 000 Euro pro Jahr, steuerfrei? Wer würde da schon Nein sagen? Das denkt sich auch Eric Swan: Kurz vor Weihnachten arbeitslos geworden, kommt ihm der Arbeitslosen-Scheck, der eigentlich für seinen ehemaligen, längst ausgezogenen Untermieter bestimmt ist, gerade recht. Und um das Geld jeden Monat kassieren zu können, lässt er den Untermieter auf dem Papier auch Untermieter bleiben.

 

Onkel George hat einen Nervenzusammenbruch: Szene aus dem neuen Stück der Volksbühne mit (von links) Christian Schneider, Ottmar Bulle, dahinter Ilona Neumann, Andrea Schmolke und Iris Altmann.

Eric hat den Bogen raus

Schnell sind auch noch ein paar Mieter mehr erdacht – und warum denn nur das Arbeitslosengeld einfordern? Da gibt es ja auch noch Altersrente, Familienbeihilfe, Kindergeld, Invalidengeld, Witwenrente, Krankengeld…
Eric Swan hat den Bogen offensichtlich raus, wie man die Ämter betrügt. Bis eines schönen Tages ein Mitarbeiter des Sozialamtes, vor der Tür steht und sich absolut nicht mehr abwimmeln lässt. Und da bahnt es sich an, das unabwendbare Chaos. Bis Eric mit seinem wirklichen Mieter und Freund Norman die Situation in den Griff bekommt, verbringt das Publikum mit den Schauspielern der Bad Emstaler Volksbühne „zwei amüsante Theaterstunden, die Heiterkeit und Stimmung versprechen“, versichern die Regisseurinnen Ilona Neumann und Stephanie Hupfeld.

(von Sigrid Hellwig)

Presse HNA 8.3.2008

Eric zockt den Staat ab

„Und ewig rauschen die Gelder“ von Michael Cooney auf der Volksbühne Bad Emstal

BAD EMSTAL. Man nehme: Einen findigen Arbeitslosen, der seine finanzielle Rettung als Virtuose auf der Klaviatur des großzügigen britischen Sozialwesens sucht. Dazu einen Untermieter, der nichts hört, eine Leiche und einen Eheberater sowie Türen, die in atemberaubendem Tempo auf und zufliegen. Man mische diese Handlung mit witzigen Dialogen und komödiantischen Einlagen, fertig ist das Stück „Und ewig rauschen die Gelder“ des britischen Erfolgsautoren Michael Cooney, das die Volksbühne Bad Emstal am Ostersamstag, 22. März 2008, ab 20 Uhr auf die Bühne im Sander Kur- und Festsaal bringt. Dreh- und Angelpunkt der Komödie mit viel Situationskomik ist Eric Swan. Er bringt es nicht übers Herz, seiner Frau Linda seinen Arbeitsplatzverlust zu gestehen. Der wöchentliche Scheck vom Sozialamt für seinen gerade nach Kanada ausgewanderten früheren Untermieter war die finanzielle Rettung und gleichzeitig Anfang einer zweiten Karriere, bei der es um das recht einfache Anzapfen von Sozialleistungen im britischen Wohlfahrtsbereich geht. Mit fiktiven Hausbewohnern erschwindelt er jede Menge Renten sowie Wohn-, Kranken- und Kindergeld. Dieser Geldfluss geht so lange gut, bis eines Tages der Außenprüfer des Sozialamtes vor der Tür steht. Die Komödie legt den satirischen Zeigefinger auf soziale Missstände und allzu menschliche Verstrickungen. Dabei schlittern die Figuren in immer turbulenter werdende Katastrophen. Letztendlich wird den Zuschauern eine verblüffende Auflösung des Chaos präsentiert. (zjg)

Besuch vom Sozialamt: Szenenfoto mit Ilona Neumann, Michael Rother und Antje Hörl.

Foto: Hellwig

Presse 25.3.2008

Verwirrspiel voller Tempo

Volksbühne Bad Emstal begeisterte mit ihrer neuer Boulevard-Komödie

BAD EMSTAL. Keine Gnade gab es für die knapp 300 Zuschauer im Bad Emstaler Kur-und Festsaal: Die Volksbühnenschauspieler gönnten den Lachmuskeln ihres Publikums am Samstag bei der Premiere der Komödie „Und ewig rauschen die Gelder“ von Michael Cooney keine einzige Minute Pause. Stürmischer Applaus im Stehen und Blumen zum Schluss, zwischendurch Beifall und herzerfrischendes Lachen – vielfältig waren Dank und Anerkennung für eine Aufführung, bei der durch die Regie von Ilona Neumann und Stephanie Hupfeld alle Amateurschauspieler sämtliche Register ihres komödiantischen Talents zogen und den Zuschauern eine fulminante Aufführung boten. Besonders nach der Pause, als in dem Wohnzimmer im atemberaubenden Tempo die Türen auf und zuflogen, die Darsteller, besonders Christian Schneider als Norman Basset, auf der Bühne nur so herumwirbelten und die Zuschauer ganz genau aufpassen mussten, wer wen gerade spielte oder wer nicht mehr am Leben war. In der Komödie von Michael Cooney geht es um den arbeitslosen Eric Swan (mit vollem Einsatz gespielt von Lothar Neumann), der in einem wildkomischen Parcours die verschiedenen finanziellen Segnungen des Sozialstaates auch gegen ihn kontrollierende Prüfer vom Sozialamt verteidigt. Wortspiele und Situationskomik sowie eine gehörige Portion Aktualität stehen dabei im Mittelpunkt. Temperamentvoll Ilona Neumann als ahnungslose Ehefrau Linda Swan, herrlich überzeugend das Duo Michael Rother als George Jenkins vom Sozialamt und Andrea Schmolke als Sozialbearbeiterin Sally Chessington.
Komplett machten die Verwicklungen im Hause Swan der Eheberater Dr. Chapman (Manfred Altmann) und die Bestatterin Mrs. Forbright (Iris Altmann).Herrlich Ottmar Bulle als Onkel Georg, zunächst lebendig, mal in Unterwäsche, dann tot und zum Schluss wieder unter den Lebenden weilend.

Fulminante Premiere: Nicht nur über die Heulsuse auf der Bühne lachte das Publikum im Kur- und Festsaal Tränen. Auf unserem Foto: Andrea Schmolke, Michael Rother, Christian Schneider und Lothar Neumann.
Foto: Hellwig

Nur eine kurze, aber eindringliche Rolle hatte Stephanie Hupfeld als Brenda Dixon, die Verlobte von Norman Basset.
Dass zum Schluss die vielen Verwicklungen zu einem guten Ende führten, war Mrs. Cowper (Antje Hörl), der Leiterin des Sozialamtes, zu verdanken.
Wiederum haben die Bühnenbauer Franz Teinzer, Willi Heidl und Arnold Geselle nach der Idee von Lothar Neumann gute Arbeit geleistet, für die Technik war Uwe Hörl zuständig und fürs Soufflieren Iris Degenhardt.

von Sigrid Hellwig

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