2021: 1. Treffen der Mitglieder am Vereinshaus

Am 31. Juli ab 11 Uhr wurde wieder einmal zu Kehrschaufel und Besen gegriffen, um rund ums Vereinshaus Ordnung zu schaffen.

Anschließend saß man gemütlich bei Kaffee und Kuchen zusammen. Nach der langen Corona bedingten Zwangspause hatte jeder viel zu erzählen.

Alle Mitglieder waren eingeladen, auch die, die am Arbeitseinsatz nicht teilnehmen konnten.

Bilder folgen

2021: Endlich wieder auf der Bühne …

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe TheatAir konnte die Volksbühne erstmals wieder nach gefühlten 2 Jahren Bühnenabstinenz ihre Lesung „Empfänger unbekannt“ aufführen. Im Kurpark Bad Emstal hatte der Verband Hessischer Amateurbühnen e. V. in Kooperation mit der Gemeinde Bad Emstal vom 16. bis 25. Juli ein Bühnenprogramm aufgestellt, und damit auch uns Gelegenheit gegeben, einen Wiedereinstieg in unsere eigentliche Vereinsarbeit zu finden. Leider waren nur wenige Zuschauer dieser Einladung gefolgt, die aber gespannt und bei bestem Wetter der Lesung folgten.

2020: Jahreshauptversammlung 2019

Manchmal kann man nichts machen, außer weiter …

… unter diesem Motto stand unsere Jahreshauptversammlung für das abgelaufene Geschäftsjahr 2019, die eigentlich schon im März dieses Jahres stattfinden sollte. 33 Mitglieder  – einschließlich Vorstand – waren der Einladung gefolgt. Nach der Begrüßung, der Feststellung der ordnungsgemäßen Einladung und dem Bericht des Vorstandes durch unseren Vorsitzenden Lothar Neumann erfolgte der kurze Bericht unseres Kassenwarts Uwe Hörl. Die beiden Kassenprüfer Klaus Koch und Manfred Altmann bescheinigten: „Alles bestens“. Klaus Koch wird ein weiteres Jahr Kassenwart bleiben, Martina Finke-Zarnikau wurde mehrheitlich für 2 Jahre zur Kassenprüferin gewählt. Ilona Neumann ließ die Spielsaison 2019 mit ihren Höhen und Tiefen noch einmal Revue passieren, und Freizeitwartin Dagmar Rißeler dankte allen Helferinnen und Helfern für die tatkräftige Unterstützung bei der Organisation und Verpflegung rund um die Veranstaltungen.
Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben uns als Verein voll getroffen. Alle Theaterstücke vom Erwachsenenstück über die Märchenvorstellung bis hin zu unserem Dauerbrenner „Tratsch im Treppenhaus“ mussten abgesagt werden. Verstärkt liegt nun unser Augenmerk auf den noch ausstehenden Lesungen „Empfänger unbekannt“. Auch in Corona-Zeiten ist uns die Botschaft dieser Aufführungen wichtiger denn je.
Und auch das Vereinsleben hat unter der derzeitigen Situation sehr gelitten … keine Vereinsfahrt, keine Helferfete, keine Besuche bei anderen Bühnen, kein Märchenfest, um nur einige Höhepunkte im Jahr zu nennen. Aber, wir lassen uns nicht unterkriegen, und somit sind auch für 2021 Theaterstücke in Planung, die unter den gegebenen Bedingungen zur Aufführung kommen.
Unter dem Punkt „Verschiedenes“ – besser gesagt: „Etwas Erfreuliches“ – konnten einige Mitglieder für langjährige Mitgliedschaft geehrt werden.
Mit einer kleinen heiteren Geschichte beendete unser Vorsitzender Lothar Neumann die Sitzung.

Den Corona-Vorschriften folgend wurde die JHV auch nicht im Vereinshaus der Volksbühne sondern im DGH Balhorn durchgeführt. Die Tische und Stühle wurden dementsprechend gestellt und die Mitglieder platziert.

Jasmin Rißeler wurde von Sabine Koch, stellvertretende Vorsitzende, für 10-jährige Mitgliedschaft geehrt …

… die Ehrung für 25 Jahre VBE für Stefanie Hupfeld übernahm unser Vorsitzender Lothar Neumann.

2008: Vereinsfahrt nach Lübeck

Vereinsfahrt nach Lübeck und Karl-May-Festspiele Bad Segeberg

Am 05. und 06. Juli fand unsere diesjährige Vereinsfahrt statt. Wir sahen eine spannende und aufregende Inszenierung von „Winnetou und Old Firehand“ (mit Erol Sander, Alesander Wussow, Maike von Bremen und Beatrice Richter in den Hauptrollen) bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg, fuhren mal wieder mit dem Schiff und machten Lübeck unsicher.                                                                                                                                        Antje Hörl

2008: Frühlingsfest in Balhorn

Frühlingsfest in Balhorn

Am diesjährigen Frühlingsfest in Balhorn nahm auch die Volksbühne wieder mit einem Wagen am Festzug teil – das Motto, das sich rund ums Schwimmen drehte, wurde mit allem Drum und Dran umgesetzt, wie man sieht – inklusive Badenixe.

Antje Hörl

2008: Winterwanderung

Winterwanderung

Unsere diesjährige Winterwanderung führte uns von Breitenbach über Elmshagen zurück nach Balhorn. Dort ließen wir den Tag in unserem Vereinshaus ausklingen, wo für die Verpflegung bestens gesorgt war und auch die Kinder ihren Spaß hatten.

Antje Hörl

2008: Jahreshauptversammlung

Jahreshauptversammlung 2008

Am 08. März 2008 fand unsere diesjährige Jahreshauptversammlung statt. Außer den Berichten des Vorstandes und Ausblicken auf die nächste Spielsaison wurden auch wieder einige Mitglieder für 10- bzw. 15-jährige Vereinszugehörigkeit geehrt. Leider waren nur wenige Mitglieder anwesend.
Geehrt wurden für 15 Jahre Volksbühne Bad Emstal e. V: Elvira Kögel-Mütze, Martina Löber, Manfred Albert, Jürgen Noll, Kurt Schneider, Carmen Lachmann, Inge Geselle, Klaus Drahn

Für 10 Jahre Volksbühne Bad Emstal e. V.: Margret Rißeler, Herbert Degenhardt, Ottmar Bulle, Iris Bulle, Udo Rißeler, Arno Bernhardt, Silke Schug, Marika Dühsler, Harald Leitner

Antje Hörl

Einige der Geehrten: Ottmar Bulle, Dagmar Rißeler in Vertretung für ihren Ehemann Udo, Inge Geselle, Iris Bulle, der stellvertr. Vorsitzende Michael Rother (v. links)

2008: Probenwochenende

Für unsere diesjährige Inszenierung „Und ewig rauschen die Gelder“ trafen wir uns dieses Jahr in einem kleinen, kostengünstigen Hotel (Jugendherberge ade!) in Nentershausen-Weißenhasel in der Nähe von Sontra.
Es war ein anstrengendes, aber auch sehr schönes, lustiges, aber auch konstruktives Wochenende. Das Hotel „Johanneshof“ können wir für solche Zwecke nur weiterempfehlen!

Die Bilder sprechen wohl ansonsten für sich…..

Miss Chessington, Mr. Jenkins, Norman-Dickie-Willie und Mr. Swan-Thompson

Norman-Dickie-Willie, Miss Chessington, Mrs. Forbright und die vermeintliche Leiche, Onkel George

Blick auf den Regietisch von hinten …

…. und von vorn

Blick auf den Verpflegungstisch

Die Souffleuse mit ihren Hilfsmitteln

Ein kleiner Blick ins Regiebuch kann manchmal nicht schaden

Geliebter Daddie
– Onkel George

Regiepflege ….

Huch! Dr Chapman!

Swan-Witwe-Bassett
und Norman-Dickie-Willie. …

… mögen sich
so gar nicht !!

Mr. Jenkins, Norman-Dickie-Willie

Unser Mr. Jenkins

Waffenstillstand für den Moment

2005: Tratsch im Treppenhaus

Vorstellung 2005

Volksbühne Bad Emstal – Vorbestellung für nächsten Dezember möglich

BAD Emstal. Nahezu drei Stunden Amüsement in der vollbesetzten Kur- und Festhalle, immer wieder vergnügtes lautes Lachen sowie kräftiger Applaus während und nach dem Schwank „Tratsch im Treppenhaus“ für das Theater-Team der Volksbühne Bad Emstal. Mehr Erfolg kann es für eine Amateurbühne wohl kaum geben.

„Es geht ja nichts über eine gute Hausgemeinschaft“, säuselt Meta Bolt (die Hauptrolle spielt höchst engagiert Ilona Neumann) und tyrannisiert mit ihrem Tratsch, mit Lügereien und übler Nachrede ihre Mitbewohner. Doch Steuerinspektor a. D. Ewald Brummer mit dem norddeutschen Dialekt (Lothar Neumann wieder einmal in einer Paraderolle), sein netter Neffe Dieter (Jürgen Kleinhans), die gutmütige Hanne Knoop (Dagmar Risseler) und deren hübsche Untermieterin Heike Seefeldt (Steffi Sprenger) schließen sich zusammen und erteilen mit Hilfe von Heikes Vater (Michael Rother) der Klatschtante eine heilsame Lektion, die zudem noch den gut proportionierten Schlachtermeister und Hausbesitzers Bernhard Tramsen (Manfred Altmann) trifft.

Auch künftig will die Volksbühne Bad Emstal jeweils am 29. Dezember das von Jens Exler geschriebene Stück „Tratsch im Treppenhaus“ aufführen, um ihrem alltagsmüden Publikum Entspannung – gute Inszenierung und tolle Darstellung dennoch inbegriffen – in absolut leicht verdaulicher Form zu bieten. Auch wenn dem Publikum – das sagte ein Besucher aus Kassel – die Erinnerung an die Aufführung des Hamburger Theaters in noch guter Erinnerung ist, wollten er und die vielen anderen Gäste sich dem schönen Gefühl der Heiterkeit noch einmal gerne hingeben. Fazit: Eine geschlossene Leistung des Teams vor und hinter der Bühne – auch dank der Regieführung von Ilona Neumann.

Karten für die nächste Aufführung „Tratsch im Treppenhaus“ am Freitag, 29. Dezember 2006 können schon jetzt bei Helga Teinzer, Balhorn, 05625/5528, vorbestellt werden. (Sigrid Hellwig)

Viel Tratsch: Die Volksbühne Bad Emstal begeisterte ihr Publikum mit dem Schwank.

Beherrschten ihre Rollen: Manfred Altmann und Ilona Neumann. (Fotos: ZJG)

2006: Das Waldhaus

Informationen zum Stück

Premiere am 18. November 2006, 17 Uhr, neue Bühne im Kur- und Festsaal Bad Emstal-Sand

Besetzung:

Vater – Michael Rother
Mutter – Iris Altmann
Klara – Stephanie Hupfeld, Janina Pimpl
Martha – Sandra Reitze
Hanna – Jessica Heinze
Freddy Frechdachs – Christian Schneider, Ilona Neumann
Sultanine – Margret Risseler
Alter Mann – Manfred Altmann
Hähnchen – Ottmar Bulle
Hühnchen – Mike Möller
Kuh – Inge Friebertshäuser
Prinz Maximilian – Jürgen Kleinhans
Waldemar, Diener – Frank Weymann
Elsa, Köchin – Inge Geselle
Mathilde, Kammerfrau – Christel Post

Erzähler: Willi Heidl, Lothar Neumann
Souffleusen: Helga Teinzer, Dorothea Weymann
Bühnenbild/Idee: Lothar Neumann
Bühnenbau: Torsten Köppelmann, Franz Teinzer, Arnold Geselle
Bühnenaufbau unter Mithilfe von
Willi Heidl, Walter Sartor, Horst Rother
Technik: Uwe Hörl, Herbert Degenhardt
Maske: Ilona Neumann, Stephanie Hupfeld,
Andrea Schmolke
Regie: Ilona Neumann, Stephanie Hupfeld

Wir danken allen fleißigen Helfern vor und hinter den Kulissen. Unser besonderer Dank gilt der Waldbühne Niederelsungen für die Leihgabe einiger Kostüme.

Inhalt:

Da dieses Märchen relativ unbekannt ist, möchten wir hier gern unseren Zuschauern eine leicht gekürzte und veränderte Fassung des Original-Märchens zum Nachlesen anbieten. Natürlich sieht unsere Inszenierung – wie immer – noch etwas anders aus, und auch das eine oder andere Überraschungstier wird wieder auftreten!

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In einer kleinen Hütte mitten im Wald lebte ein Holzhauer mit seiner Frau und drei Töchtern. Eines Tages sagte er zu der Frau: „Ich will hinaus in den Wald, arbeiten gehen. Schick unsere älteste Tochter mit dem Essen hinaus. Ich will ihr Hirse auf den Weg streuen, damit sie sich nicht verirrt.“

Aber die Hirse wurde von den Vögeln aufgepickt, und so irrte das Mädchen bis zur Dunkelheit im Wald umher, bis es an ein Haus kam, das hell erleuchtet war. Dort wollte es anklopfen und um ein Nachtlager bitten.

Als es geklopft hatte, sagte eine Stimme „Herein!“. So trat das Mädchen ein und sah einen uralten Mann mit langem weißen Bart in der Hütte sitzen. Neben ihm am Ofen aber lagen ein Hühnchen, ein Hähnchen und eine bunt gescheckte Kuh. Das Mädchen erzählte dem Alten sein Schicksal und bat um ein Nachtlager.
Der Mann sprach:
„Schön Hühnchen,
Schön Hähnchen
Und du schöne bunte Kuh,
Was sagst du dazu ?“

„Duks !“ antworteten die Tiere, und das musste wohl heißen „wir sind es zufrieden“, denn der alte Mann sprach weiter: „Koch uns ein Abendessen, du findest in der Küche alles, was du brauchst.“ Und das Mädchen kochte ein gutes Essen, aber an die Tiere dachte es nicht. Als es nun fertig war mit Essen, sagte es: “ Nun bin ich müde, wo ist ein Bett, in das ich mich legen kann?“Die Tiere antworteten:
„Duks!“
„Du hast mit ihm gegessen,
Du hast mit ihm getrunken,
Du hast an uns gar nicht gedacht,
Nun sieh auch, wo du bleibst die Nacht.“

Da sprach der Alte: „Steig nur die Treppe hinauf, so wirst du eine Kammer mit einem Bett finden. Schüttle die Laken auf und leg dich nur schlafen.“ Das Mädchen tat, wie ihm geheißen und schlief auch sofort ein. Aber der Alte kam in die Kammer, sah das Mädchen an, schüttelte den Kopf, öffnete eine Falltür und ließ es in den Keller sinken.

Zu Hause beim Holzfäller aber wunderte man sich, warum das Mädchen das Essen nicht gebracht hatte. Der Holzfäller sagte aber nur: „Nun, es wird sich verlaufen haben und schon wieder heimkommen. Schicke mir morgen unsere zweitälteste Tochter mit dem Essen hinaus. Diesmal will ich Linsen ausstreuen, die kann es besser sehen als die Hirse.“

Aber der zweiten Tochter erging es gerade ebenso wie der Ältesten: Auch sie kam an die Hütte des Alten und klopfte an und bat um ein Bett für die Nacht. Und die Tiere antworteten genauso: „Duks“. Das Mädchen kochte wieder ein Essen für sich und den Alten, vergaß aber die Tiere. Und als es ebenfalls in der Kammer schlief, ließ der Alte auch dieses Mädchen in den Keller sinken.
Der Holzhacker wollte nun am dritten Tag, dass die jüngste Tochter ihm sein Essen brachte. Die Mutter hatte Angst, dass auch sie sich verläuft und sie dann keine ihrer Töchter mehr hätte. Aber der Mann beruhigte sie: „Unsere Jüngste ist immer gut und folgsam gewesen, sie wird sich nicht verirren. Außerdem will ich diesmal Erbsen mitnehmen, die kann sie nicht übersehen.“

Aber auch die Erbsen wurden von den Waldtieren aufgepickt, und auch das jüngste Mädchen kam zu dem Alten und bat um ein Nachtlager. Als nun aber auch es ein Essen kochen sollte, sprach es: „Aber was ist denn mit den lieben Tieren, die wollen doch auch versorgt sein.“ Und dabei strich es dem Hühnchen und dem Hähnchen liebevoll über die Federn, die Kuh aber kraulte es zwischen den Hörnern. Dann brachte es zuerst ihnen frisches Heu und frische Körner und stellte einen großen Eimer Wasser dazu. Dann erst setzte es sich zu dem Alten an den Tisch und aß das, was er ihm übrig gelassen hatte.

Als das Mädchen sah, dass die Tiere einzuschlafen begannen und auch der Alte den Kopf auf den Tisch legte, fragte es: „Wollen wir denn nicht schlafen gehen?“. Und auch jetzt wieder fragte der Alte zuerst die Tiere.
Diese aber antworteten diesmal:
Duks!
Du hast mit uns gegessen,
Du hast mit uns getrunken,
Du hast uns alle wohlbedacht,
Wir wünschen dir eine gute Nacht.“

Das Mädchen räumte Teller und Schüsseln weg, wusch alles ab und sagte dann gute Nacht. Es stieg die Treppe hinauf, kam wie ihrer zwei Schwestern zu der Kammer und legte sich zum Schlafen hin.

Mitten in der Nacht fing ein mächtiges Brausen an. Es knarrte an allen Ecken und Enden, die Türen sprangen aus den Angeln, und dann war ein Krach, als ob das ganze Haus zusammen fiele. Das Mädchen war wach geworden und hatte auch Angst, aber da es wieder still wurde und ihm nichts geschehen war, schlief es wieder ein und wurde erst wach, als die Sonne schon am Himmel stand.

Doch was sah es da! Die alte Hütte war nicht mehr, aber an ihrer Stelle stand ein schönes Schloss! Die Kammer, in der sie geschlafen hatte, war ganz verwandelt in ein prächtiges Zimmer, und als es staunend die Treppe hinunter kam, saß da kein alter Mann mehr, sondern ein wunderschöner, junger Prinz, prächtig gekleidet und geschmückt! Die Tiere waren verschwunden, aber an ihrer Stelle standen drei reich gekleidete Diener und fragten nach ihren Wünschen. Vor Verwunderung konnte das Mädchen gar nicht sprechen, und so fing der junge Prinz zu reden an: „Ich bin ein Königssohn und war von einer bösen Hexe verwünscht worden, als ein alter, eisgrauer Mann in dem Wald zu leben, niemand durfte um mich sein als meine drei Diener in der Gestalt eines Hühnchens, eines Hähnchens und einer bunten Kuh. Und wir sollten erst wieder erlöst werden, wenn ein Mädchen zu uns käme, das nicht nur den Menschen, sondern auch den Tieren gegenüber von Herzen gut wäre. Und das bist du gewesen, und heute um Mitternacht sind wir durch dich erlöst und das alte Waldhaus ist wieder in meinen königlichen Palast verwandelt worden.“

Das Mädchen kam aus dem Staunen gar nicht heraus, doch plötzlich fielen ihm wieder die Schwestern ein: „Wo sind sie, waren sie auch hier bei dir?“ Der Prinz antwortete:“ Deine Schwestern haben nicht an meine Tiere gedacht, sondern nur an sich selbst. Deshalb habe ich sie in den Keller gesperrt. Doch wir zwei wollen jetzt Hochzeit feiern, und sie konnten im Keller lange genug über ihre Selbstsucht nachdenken. Bei unserem großen Fest sollen sie wieder dabei sein dürfen.“ Und er befahl einem der Diener, die Schwestern zu holen, den anderen aber schickte er in den Wald, die Eltern des Mädchens zur Hochzeit einzuladen, und alle zusammen feierten sie ein wunderschönes Hochzeitsfest.  Antje Hörl

Presse HNA vom 05.10.2006

Sultanine im Wald

Volksbühne probt Märchen der Brüder Grimm

BAD EMSTAL. Der Hahn braucht noch eine gelbe Strumpfhose, das Kamel dagegen hat schon sein braunes Gewand an. Grimm-Kenner wissen, dass im Märchen „Das Waldhaus“ kein Kamel vorkommt – in der Version der Volksbühne Bad Emstal aber schon. Neben Freddy, dem Dachs, gehört auch Kamel Sultanine zu den tierischen Akteuren.

Vor 16 Jahren entschloss sich die Volksbühne, jedes Jahr zur Weihnachtszeit ein Märchen für die ganze Familie auf die Bühne im Kur- und Festsaal zu bringen. Immer sollte es ein Märchen der Brüder Grimm, das stand von Anfang an fest. Doch die ersten gekauften Theaterfassungen hatten für den Vorsitzenden Lothar Neumann einen großen Nachteil: „Die Kinder werden zu wenig in das Geschehen eingebunden.“ Das war der Anstoß für ihn, die Fassungen für die nächsten Aufführungen selber zu schreiben. Die in den Märchen meist vorkommenden Grausamkeiten schwächte er ab oder stellte sie anders dar. Jedes Mal eine echte Herausforderung für den heute 46-Jährigen.

Entscheidend für die Auswahl eines Märchens ist für Neumann, ob seine Schauspieler in die Rolle passen. Nur so könne er die Dialoge auf die Personen zuschreiben, auch wenn Frage- und Antwortspiele nicht immer leicht zu formulieren seien. Doch Lothar Neumann, dessen unverzichtbare Hilfe beim Schreiben seine Frau Ilona ist, hält sich bei seiner Neufassung der Märchen nicht immer an die Vorlage. Er baut Fantasiefiguren ein – als die Mittler zwischen dem Publikum und den Schauspielern.

Dieses Rezept behält Lothar Neumann auch beim Märchenstück „Das Waldhaus“, das im November und Dezember aufgeführt wird, bei mit Kamel und Dachs, die nicht zum Märchen der Brüder Grimm gehören, bei. Das Märchen spielt in einer kleinen Hütte mitten im Wald, in der ein alter Mann mit seinen drei Tieren, dem Hühnchen, dem Hähnchen und der bunten Kuh wohnt. Zu ihnen verirren sich nacheinander drei Schwestern, die beiden älteren wenig rücksichtsvoll, die jüngere aber sehr mitfühlend mit den Tieren: Sie bewirkt damit ein echtes Märchenwunder – die totale Verwandlung der Hütte und ihrer Bewohner.

Regie beim „Waldhaus“ führen Ilona Neumann und Stephanie Hupfeld. (zjg)

Tierisch: Stephanie Hupfeld, Ottmar Bulle und Margret Risseler (von links) (Foto: zjg)

Presse HNA vom 18.11.2006

Geheimnis im Waldhaus

Heute ist Premiere im Kursaal: Volksbühne Bad Emstal zeigt Märchen für Jung und Alt

BAD EMSTAL. Heute ist der Tag, dem die Akteure der Volksbühne Bad Emstal schon lange entgegen fiebern: Für „Das Waldhaus“ hebt sich um 17 Uhr im Kursaal zum ersten Mal der Theatervorhang.

„Das Waldhaus“ ist ein Stück für Jung und Alt – ein Märchen der Brüder Grimm in einer Neubearbeitung von Lothar Neumann: Drei Mädchen werden eine nach der anderen in den Wald geschickt. Sie finden nicht mehr zurück und gelangen zu einem Haus, in dem ein alter Mann, ein Hahn, eine Henne und eine Kuh wohnen.

Die beiden älteren Schwestern sind unfreundlich und werden deshalb in den Keller gesperrt. Die jüngste Schwester ist freundlich zu den Tieren, füttert sie und erlöst somit alle von ihrer Verzauberung: Der alte Mann erscheint nun als Prinz, die Tiere als seine Diener. Nach der Premiere am heutigen Samstag, 18. November, folgen weitere Vorstellungen am: 19. November, 14 und 17 Uhr, am 25. November, 14 und 17 Uhr, am 26. November, 14 und 17 Uhr, am 3. Dezember, 11, 14 und 17 Uhr, am 9. Dezember, 14 und 17 Uhr sowie am 10. Dezember, 14 und 17 Uhr. Einlass ist jeweils eine Stunde vor Beginn.

Die Karten – es gibt noch einige für alle Vorstellungen, die Volksbühne empfiehlt jedoch, den Vorverkauf zu nutzen – kosten sechs Euro für Kinder und 7,50 Euro für Erwachsene.
Vorbestellung: Helga Teinzer, Balhorn, 05625/5528, oder E-Mail an: vbe1987@aol.com. Infos unter: www.volksbuehne-bad-emstal.de (bic)

Tierisch lustig und spannend: Mit dem Märchen vom Waldhaus hat die Volksbühne Bad Emstal (hier ein Probenfoto) heute im Kursaal am Thermalbad Premiere.
(Foto: nh)

Presse HNA vom 20.11.2006

Frechdachs erobert Herzen

Gelungene „Waldhaus“-Premiere

BAD EMSTAL. „Mir hat das Kamel soooo gut gefallen“, sagten Lea und Tim. Jannis dagegen schwärmte von Freddy, dem Frechdachs. Das war in der Pause, doch zu Anfang hielten es die Kinder im Kur- und Festsaal in Sand nicht mehr auf ihren Plätzen, mit Spannung erwarteten sie die Premiere der Volkbühne Bad Emstal. In diesem Jahr stand unter der Regie von Ilona Neumann und Stephanie Hupfeld das Märchen „Das Waldhaus“ der Brüder Grimm auf dem Programm.

Nachdem der Erzähler (Willi Heidl/Lothar Neumann) „Hört von mir nun die Geschichte von den Mädchen derer drei…“ gesungen hatte, brachten 16 Amateurschauspieler dank der langen und sorgfältigen Vorbereitung ein reizvolles Zusammenspiel von überzeugenden schauspielerischen Leistungen, prachtvollen Kostümen und Szenenbildern auf die Bühne. Seit inzwischen 19 Jahren hat die Volksbühne Erfolg mit ihren Theaterabenden, gleich ob mit Komödien oder Märchen. Auch diesen Premierenabend honorierten am Ende nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen immer wieder mit Szenenapplaus und großem Schlussbeifall.

Großartig besetzt waren alle Rollen, und die Schauspieler liefen immer wieder zu Hochform auf. Liebling des Abends wurde schnell das Kamel Sultanine (Margret Risseler), das vom Sultan verstoßen wurde und erst zurück durfte, wenn es durch ein Nadelöhr passt. Und da war noch Freddy, der Frechdachs (Christian Schneider), der ebenso schnell vom jungen Publikum ins Herz geschlossen wurde.

Lothar Neumann, der die Bühnenfassung für das Märchen schrieb, hat beide Figuren in die Geschichte eingebaut – eine gute Idee, die besonders beim Nachwuchs Wirkung zeigte. Das Märchen erzählt von einer kleinen Hütte im Wald, in der ein alter Mann (Manfred Altmann) mit seinen drei Tieren, dem Hühnchen (Mike Möller), dem Hähnchen (Ottmar Bulle) und der bunten Kuh (Inge Friebertshäuser) wohnt. Zu ihnen verirren sich nacheinander die beiden egoistischen Schwestern Klara (Janina Pimpl/Stephanie Hupfeld), Martha (Sandra Reitze). Sie werden freundlich aufgenommen, doch so wenig umsichtig die beiden älteren Mädchen sind, so mitfühlend zeigt sich die jüngere Schwester Hanna (Jessica Heinze) und bewirkt damit ein echtes Märchenwunder: Die Verwandlung der ärmlichen Hütte und ihrer Bewohner. Wiederum hatten die Volksbühnenspieler alle Inszenierungsmöglichkeiten mit Licht- und Toneffekten ausgeschöpft (zuständig waren Uwe Hörl und Herbert Degenhardt). In weiteren Rollen waren Jürgen Kleinhans, Frank Weymann, Inge Geselle, Christel Post zu sehen. Bei der Maske half Andrea Schmolke, für den Bühnenbau sorgten Torsten Köppelmann, Franz Teinzer, Arnold Geselle, Willi Heidl, Walter Sartor und Horst Rother. Beim Bühnenaufbau halfen Willi Heidl, Walter Sartor. Es soufflierten Helga Teinzer und Dorothea Weymann. (Sigrid Hellwig)

Hört von mir die Geschichte: Willi Heidl ist einer der Märchen-Erzähler (Fotos: Hellwig)

Prachtvolle Kostüme: Jürgen Kleinhans, Frank Weymann, Jessica Heinze, Inge Geselle und Christel Post

Zwiegespräch: Die jüngste der drei Schwestern (Jessica Heinze, hier mit Iris Altmann) bewirkt ein Wunder im Waldhaus.

Bildergalerie

Lagebesprechung …                                                                                                                                                                             Herr der Töne

Gesichtsgymnastik

Klara vor dem Waldhaus

Die Tiere warten auf ihre Rettung

Hanna denkt auch an die Tiere

Hanna darf im Bett des alten Mannes schlafen …

… und in einem Schloss aufwachen.

Freddy verzweifelt: „Wo ist Hanna?“

Tiere und alter Mann werden …

… wieder zurück verwandelt …

… in Prinz und Dienerschaft.

Hanna sieht ihre Eltern wieder.

Klara und Martha dürfen wieder aus dem Keller.

Sultanine geht durchs Nadelöhr und freut sich.

Der Prinz und Hanna heiraten.

Und alles freut sich.