2007: Verteufelte Zeiten

Informationen zum Stück

Inhalt: Jungbauer Heiko, gerade aus dem Krieg heimgekehrt, hat keine Lust seinen Hof zu bewirtschaften. Stattdessen unterhält er lieber mit seinem Knecht Jan eine gut gehende Schwarzbrennerei im Alkoven und steigt Helga, der Tochter des Dorfpolizisten, nach. Helga mag auch nicht arbeiten, und doch müsste der Kuhstall dringend ausgemistet werden. In der Not verspricht Heiko, die Frau zu heiraten, die ihm den Stall ausmistet. Was er sich damit für Probleme auf den Hals lädt, kann er aber zu der Zeit noch nicht ahnen …..
Antje Hörl

Besetzung:

Heiko – Jürgen Kleinhans
Jan – Lothar Neumann
Taline – Ilona Neumann
Marie – Janina Pimpl
Polizist – Ottmar Bulle
Helga – Ramona Grede

Regie: Ilona Neumann, Stefanie Hupfeld
Souffleuse: Iris Bulle
Bühnenbau: Torsten Köppelmann, Franz Teinzer, Arnold Geselle, Willi Heidl
Technik: Herbert Degenhardt

Presse vom 20.06.2007

Verteufelt viel Wirbel

550 Besucher erlebten Volksbühnen-Komödie beim Balhorner Frühlingsfest

BALHORN. Verteufelte Zeiten gab es zwei Stunden lang beim Frühlingsfest in Balhorn. Doch die Akteure der Volksbühne Bad Emstal steckten keineswegs in der Klemme – „Verteufelte Zeiten“ hieß ihre Stück, das sie zum Vergnügen von 550 Zuschauern auf die Bühne im Festzelt brachten. Auf der Bühne ein Wohnzimmer mit altertümlichem Sofa, einem Tisch mit Spitzendecke und Landschaftsbildern an den Wänden: Es ist das Jahr 1946 irgendwo in Nordwestdeutschland auf dem Herkenhof. Der Krieg ist zu Ende, das Essen knapp, und Hamstern wird groß geschrieben. Es ist auch die Zeit, in der die Bauern ihren Schnaps selber brennen, so wie Jan Spin im Theaterstück. „Verteufelte Zeiten“, geschrieben von Karl Bunje, sind aber auch amüsant. Eine vertrackte Liebesgeschichte um den Jungbauern Heiko (ausgezeichnet von Jürgen Kleinhans gespielt), der Helga, die eingebildete und wenig arbeitswillige Tochter des örtlichen Gendarmen Fiete, die heiraten möchte. Die Rolle des oberflächlichen Mädchens spielte Ramona Grede mit viel Temperament, als ihr strenger Vater und energischer Gendarm überzeugte Ottmar Bulle.
Doch die Magd und gute Fee des Hauses, Taline, entwickelt viel List, um den jungen Bauern unter die „richtige“ Haube zu bringen, nämlich ihn mit dem Flüchtlingsmädchen (Janina Pimpl) zu verheiraten. Ilona Neumann engagierte sich mächtig als enorm streitbare Magd. Lothar Neumann spielte den Jan Spin, den pfiffigen, aber etwas eigenbrötlerischen Bauernknecht, der gerne Schnaps brennt, ihn im Schrank versteckt und zugleich der Berater des Jungbauern Heiko ist, lief in seiner Rolle zur Hochform auf.

Turbulent und urkomisch

Die Inszenierung mit vielen Verwicklungen war so turbulent und urkomisch, dass die Amateurdarsteller oft ihren Spielfluss unterbrechen und abwarten mussten, bis das Publikum seine Lacher wieder im Griff hatte.
Alle Akteure auf der Bühne im Festzelt und die dahinter (Torsten Köppelmann, Franz Teinzer, Arnold Geselle, Willi Heidl, Iris Bulle, Uwe Hörl und Herbert Degenhardt) sowie die beiden Regisseurinnen Ilona Neumann und Stefanie Hupfeld brachten sich so gut ein, sodass aus der Komödie „Verteufelte Zeiten“ das wurde, was sich das Publikum für den Abschluss des Balhorner Frühlingsfestes gewünscht hatte: unterhaltsame und vergnügliche Stunden. (Sigrid Hellwig)
Wiederholung im Oktober
Nach frenetischem Schlussbeifall hat der Vorsitzende der Bad Emstaler Volksbühne seine Ankündigung, das Stück werde nur ein einziges Mal aufgeführt, zurückgenommen. Für diejenigen, die den Bühnenspaß verpasst haben, wird es im Oktober eine Wiederholung von „Verteufelte Zeiten“ im Kur- und Festsaal am Thermalbad in Sand geben. Der Termin wird noch festgelegt. (zjg)

Auf der Schnapssuche: Gendarm Fiete (Ottmar Bulle) verdächtigt Jan Spin (Lothar Neumann) und Jungbauer Heiko (Jürgen Kleinhans) (von links) der Schwarzbrennerei.

Temperamentvoll: Ilona und Lothar Neumann.
Fotos: ZJG