1996: Meister Anecker

Informationen zum Stück

Premiere am Ostersamstag, 6. April, 20 Uhr, Kur- und Festsaal Bad Emstal

Inhalt:

Franz Anecker läßt auf seine Arbeit nichts kommen. Er ist Schustermeister mit Leib und Seele, und außerdem ist er eifersüchtig. Als plötzlich der „Herr Bürgermeister“ seiner Frau Lene schöne Augen macht, denn das glaubt der gute Franz, sieht er rot. Und Matten, der Geselle, bringt mit seiner einfältigen Art das Fass zum Überlaufen. Zum Glück kann Schwägerin Elsbeth das Schlimmste gerade noch verhindern. Und zum Schluss sind alle …

… ja, was sind sie wohl?

Das wird nicht verraten, schauen Sie es sich doch einfach an!

Viel Spaß und zwei vergnügliche Stunden wünscht Ihnen die

Volksbühne Bad Emstal

Besetzung:

Franz Anecker, Schustermeister
Dieter Degenhardt

Lene, seine Frau
Ilona Neumann

Elsbeth, ihre Schwester
Stephanie Sprenger

Heinrich Wedekamp, Bürgermeister
Michael Sommer

Matten, Geselle
Lothar Neumann

Souffleuse
Dagmar Mütze

Technik, Maske, Kostüme
Uwe Hörl, Ilona Neumann, Gisela Degenhardt, Kurt Bernhardt

Bühnenbau
Reinhard Becker, Arnold Geselle, Franz Teinzer

Regie
Ilona Neumann

Wir bedanken uns bei allen fleißigen Helfern vor und hinter der Bühne. Unser besonderer Dank gilt der Firma Orthopädie Bernhardt in Bad Emstal/Balhorn, der Firma Hoja und dem Staatstheater Kassel für die Leihgabe verschiedener Requisiten.

Presse HNA 10.4.1996

Karussell der Komplikationen

Drunter und drüber ging es im Kur- und Festssal in Sand. Viele Verwicklungen sorgten
für Lachtränen bei den rund 270 Zuschauern.

BAD EMSTAL. Besonders interessant wird für viele ein Theaterstück vor allem dann, wenn die Zuschauer die Akteure persönlich kennen und ihre Nachbarn in völlig verwandelter Form auf der Bühne wiedersehen und diese dort verborgenes Talent entfalten. Das ist das Geheimnis der vollen Zuschauersäle der „Volksbühne Bad Emstal“ aber nicht allein. Es ist auch die schauspielerische Laienkunst – und das bereits seit neun Jahren.
„Da stimmt doch etwas nicht“, vermutet die Frau des Schuhmachers Franz Anecker und meint den um den Laden herumflanierenden Bürgermeister. „Da stimmt doch etwas nicht“, glaubt auch der Schuhmacher und fürchtet, dem Bürgermeister gefielen die Augen seiner Frau. Als das Stück „Meister Anecker“ vor Jahren im „Ohnesorg-Theater“ in Hamburg aufgeführt wurde, kam bei den „Volksbühnenspielern“ die Idee, dieses Lustspiel von August Lähn auf der Bühne in Sand zu zeigen.
Der Erfolg gab ihnen recht, die Inszenierung wurde ein echter Sorgenbrecher. Die Zuschauer applaudierten auf offener Szene und besonders lange am Ende. Da war der einfältige Schustergeselle Matten mit dem „Reißmichtismus“ und dem Hang zu den Körnern, die durch die Kehle fließen. Lothar Neumann spielte dies Rolle hinreißend.
Aber nicht nur ihm war die Rolle förmlich auf den Leib geschrieben, seine Frau Ilona, die zugleich Regie führte, verdiente den Riesenapplaus für die Darstellung der energischen Schustersfrau Lena Anecker. Ständige Lacher auf seiner Seite hatte auch Michael Sommer als verklemmter Bürgermeister Heinrich Wedekamp. Während der zweistündigen Aufführung steigerte sich Dieter Degenhardt als eifersüchtiger Schuhmacher Anecker. Als ein vielversprechendes Talent für die „Volksbühne“ erwies sich erneut Stephanie Sprenger, die als zukünftige Bürgermeistersfrau eigentlich am Karussell der Komplikationen schuld war.

Premiere hatte das neue Stück der Volksbühne Bad Emstal, „Meister Anecker“, im Kur- und Festsaal am Thermalbad.

Wie beim Domino-Effekt führten die Ereignisse zu immer größeren Verwirrungen, bis die Schustersfrau am Ende genervt meinte: „Das ganze Theater war für die Katz.“ Bis zum „Happy-End“ genossen die Zuschauer das lustige Spektakel um einen drückenden Schuh, um „Körnchen“ und um das immer aktuelle Thema „Liebe“.
Hinter der Bühne sorgten für die Technik, die Beleuchtung, die Kostüme und den Bühnenbau Uwe Hörl, Dagmar Mütze, Gisela Degenhardt, Kurt Bernhardt, Reinhard Becker, Arnold Geselle und Franz Teinzer. Der „Meister Anecker“ ist noch zweimal zu sehen, und zwar am Samstag, 27. April, und am Pfingstmontag, 27. Mai 1996, jeweils um 20 Uhr.

(Sigrid Hellwig)

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