2013: Die Bremer Stadtmusikanten

Informationen zum Stück

Premiere am

Inhalt:

Vier Tiere – ein Esel, ein Hund, eine Katze und ein Hahn – die von ihrem Hof gejagt werden sollen, weil sie alt und schwach geworden sind, finden sich zusammen, um nach Bremen zu ziehen. Unterwegs müssen sie aber im Wald übernachten, wo sie ein Haus finden, das von Räubern bewohnt wird. Sie vertreiben die Räuber zweimal – und die trauen sich danach nie mehr zu ihrem Haus zurück. Die vier Tiere beschließen, dass sie in Zukunft zusammen in dem Haus im Wald glücklich und in Frieden leben wollen. Dieses Märchen kennen sicher alle Kinder – und dass bei uns wieder lustige Figuren zusätzlich mitspielen, ist für unsere treuen großen und kleinen Zuschauer auch keine Überraschung mehr. Welche das dieses Mal sein werden, wird aber noch nicht verraten!

Besetzung

Kräuterkathi – Stephi Pante
Wurzel – Margret Risseler
Esel Eberhard – Iris Altmann
Hund Hubertus – Pamela Riedel
Katze Karlotta – Dagmar Risseler, Sabine Koch
Hahn Hannibal – Nicole Schwedes
Räuberbraut Fanny – Andrea Schmolke
Räuberhauptmann – Lothar Neumann, Frank Weymann
Schwindel – Ottmar Bulle, Manfred Damme
Schummel – Manfred Altmann

Regie: Stephanie Hupfeld, Antje Hörl
Souffleuse: Dorothea Weymann
Bühnenbild/Idee: Lothar Neumann, Kathrin Kerber,
Franz Teinzer, Arnold Geselle, Willi Heidl
Technik: Uwe Hörl, Ottmar Bulle

Presse

Weihnachtsmärchen-Premiere
der Volksbühne Bad Emstal

350 Besucher kamen

Sand. Die alte Kräuerkathi, die im Wald bei ihrer Suche nach Nachschub für ihre Kräuterküche den Kobold Wurzel traf, war guter Dinge, dass es für sie und ihren Begleiter ein guter Tag werden würde.
Denn ihr forstliches Refugium präsentierte sich mit Pflanzen, Beeren und Pilzen wieder einmal als ein üppig gedeckter Tisch. Zu dem war vor allem der märchenhafte und grüngesichtige Waldkobold glücklich darüber, dass er auf die Hilfe der vielen Kinder im Saal bauen konnte, die ihm immer wieder lautstark beim Zählen halfen. Aber es sollte anders kommen.
350 Besucher waren zur Theaterpremiere des Weihnachtsmärchens „Die Bremer Stadtmusikanten“ der Volksbühne Bad Emstal in den Kur- und Festsaal gekommen – die natürlich vom Volksbühnen-Vorsitzenden Lothar Neumann in der Rolle des Räuberhauptmanns und seinem Ensemble in gewohnter Manier in das Stück mit eingebunden wurden. 320 Stühle hatten Bühnenhelfer gestellt, die um weitere 30 aufgestockt werden mussten. Denn unter den Besuchern waren erstmals Menschen mit Behinderungen aus den Betreuungseinrichtungen Hofgeismar und Calden. Die wie in den noch folgenden Aufführungen dann auch noch weitere Bewohner anderer Kinder-, Senioren- und Behinderteneinrichtungen aus der Region das Theatervergnügen kostenlos genießen können.
Denn die Volksbühne Bad Emstal hatte sich an der von Eon-Mitte und dem Hessischen Finanzministerium ausgeschrieben Aktion „Grimm für alle“ beworben und wurde als Gewinner berücksichtigt.

Lothar Neumann: „Mit dem erhaltenen Spendengeld finanzieren wir im vollen Umfang den Eintritt der behinderten Menschen und entführen sie damit in eine märchenhafte Welt.Im Mittelpunkt des Märchens von den Bremer Stadtmusikanten standen natürlich die vier Tiere: Esel Eberhard, Hund Hubertus, Katze Karlotta und der Hahn Hannibal. Die jeweils von ihrem Hof gejagt werden sollten, weil sie alt und schwach geworden waren. Gemeinsam beschließen sie, nach Bremen zu ziehen, um dort als Musikanten-Quartett ihr Glück zu finden. Dabei erlebten sie natürlich zusammen die tollsten Abenteuer. Eberhard, Hubertus, Karlotta und Hannibal vertrieben nämlich den Räuberhauptmann, seine Räuberbraut Fanny und deren beiden Gesellen Schwindel und Schummel aus dem Haus der Kräuterkathi, das sich die Räuber zuvor im Handstreich erobert hatten.

Foto und Text: R. Michl

Bildergalerie

2013: Thomas Glup

Thomas Glup

Beamte sind auch nur Menschen

am 12. Oktober 2013 um 20.00 Uhr im Kur- und Festsaal Bad Emstal Sand, Karlsbader Str. 4

Wer Thomas Glup auf der Bühne erlebt, kann sich immer wieder von seiner Vielseitigkeit überzeugen. Die Zuschauer fragen sich, was er nun genau ist: Entertainer, Ordensmann, Humorist oder doch eher schauspielernder Beamter oder vielleicht verbeamteter Schauspieler…. Es gibt viele Begriffe, mit denen man den Tausendsassa aus Essen bezeichnen kann und alle genannten Berufsbezeichnungen treffen auf ihn tatsächlich zu.
Manchmal kombiniert er auch die eine Tätigkeit mit der anderen. So etwa in dem aktuellen Programm „Beamte sind auch nur Menschen“. Aus seinen zwei Jahrzehnten Erfahrung als Mitarbeiter der Stadtverwaltung Essen präsentiert er Anekdoten aus seinem Beamtendasein. Die Bühne wird zum Büro und das Publikum erwartet ein ebenso humor- wie gefühlvoller Einblick in die Arbeitswelt und das Gefühlsleben des „Homo beamticus“. Im Theater im Rathaus Essen sind seit zwei Jahren alle Vorstellungen restlos ausverkauft und die Presse urteilte nach der Premiere: „Das dürfte auch den hartgesottensten Amtsschimmel vergnügt aus dem Tiefschlaf reißen. Mit „Beamte sind auch nur Menschen“ ist Glup ein kurzweiliges und intelligentes Programm gelungen, in dem er wieder einmal ganz in seinem Element sein darf.“

Presse 12.10.2013

Schlaf auf Stempelkissen

Thomas Glup begeistert im ausverkauften Kursaal mit Beamtensatire

Bad Emstal. Das alte Telefon schrillt zwischen Aktenbergen und Amtsschimmel. „Bitte lass mich nicht zuständig sein“, schickt Thomas Glup sein tägliches Stoßgebet gen Himmel, während er die Zeitung zur Seite legt und tapfer in sein Tagwerk zwischen Aktenvermerk, Verfügung und Verwaltungsakt startet. Der hat in der Welt der Beamten allerdings nichts mit dem Akt im herkömmlichen Sinn zu tun, erst recht nicht mit dem Akt, aus dem menschliches Leben entsteht. „Geht ja auch gar nicht, entsteht in Behörden doch nie etwas mit Hand und Fuß, wird nichts mit Herz und Liebe gemacht und schon gar nicht irgendetwas innerhalb von neun Monaten fertiggestellt.“
Die Watschen sitzen, und Thomas Glup hat sein Publikum im ausverkauften Kur- und Festsaal im Nu auf seiner Seite. „Beamte sind eben auch nur Menschen“, heißt das neue Programm des Essener Humoristen, der längst ein alter Bekannter der Emstaler ist. Zigfach ist er bereits der Einladung der Volksbühne gefolgt, zuletzt in seiner Paraderolle als Heinz Erhardt.

Intelligenter Humor

Auch der taucht am Samstagabend immer mal wieder auf, wenn Glup munter durch irrwitzige Paragraphen wandelt, hanebüchene Gesetzestexte auseinander nimmt und mit intelligentem Humor tiefe Einblicke in die Arbeitswelt und das Gefühlsleben des „Homo beamticus“ gewährt. Blauer Fleck auf der Stirn des Abteilungsleiters? Na klar, der ist mal wieder auf dem Stempelkissen eingeschlafen. Sämtliche Klischees werden bedient, was besonders viel Spaß macht, wenn er die Absurditäten der Amtssprache aufs Korn nimmt. Beamte haben eben ihre eigene Ausdrucksform. Da wird in der verwaltenden Welt ein simples Drehkreuz zur „Personenvereinzelungsanlage“, ein Stammbuch zum „Lebensberechtigungsschein“ und eine Kuh gar zur „Raufutter verzehrenden Großvieheinheit“.
Irgendwie gelingt es Glup, dass man als Zuschauer im Laufe seines zwerchfellstrapazierenden Programms im Emstaler Kursaal die Spezies Beamter lieb gewinnt.
Vielleicht auch, oder gerade weil er selbst ihr angehört. Seit über zwei Jahrzehnten nämlich ist der Mann mit dem subtilen Humor bei der Stadtverwaltung in Essen beschäftigt. Er weiß, wovon er spricht. Wieviel von dem Vorgetragenen nun tatsächlich der Wahrheit entspricht, das wird wohl für immer zwischen Aktenbergen und Amtsschimmel verborgen bleiben.Von Sascha Hoffmann

Gewährt tiefe Einblicke in die Arbeitswelt des „Homo beamticus“: Thomas Glup im ausverkauften Kursaal in Bad Emstal.

Foto: zhf

2013: Thomas Freitag

Thomas Freitag

„Der kaltwütige Herr Schüttlöffel“

am 19. Januar 2013 um 20.00 Uhr im Kur-und Festsaal Bad Emstal,
Karlsbader Str. 4, Einlass ab 19.00 Uhr

Deutschland, das war einst das Land großer Geister. Kluge Köpfe trafen sich einst zu tiefgründigen Disputationen. Heute plätschern Talkshows vor sich hin. Johannes Gensfleisch zur Laden, genannt Gutenberg erfand den Buchdruck. Geblieben ist Facebook. Damals suchte man nach gewichtigen Idealen, heute nach dem Ideal-Gewicht.
Thomas Freitag begibt sich in seinem neuen Programm auf eine Reise zu den Gipfeln – und ins Flachland unserer Kultur und Politik. Er stellt die Überväter der Vergangenheit den Enkelchen der Gegenwart gegenüber. Den Reichsfreiherrn vom und zum Stein unserem Steinmeier, Gutenberg unserem Guttenberg, Marx unserer Merkel. Dazu schlüpft er in die Identität des Stadtbibliothekars Schüttlöffel.
Dessen kleines Kulturinstitut soll geschlossen werden. Der Kämmerer will sparen. Doch Schüttlöffel wird zum Besetzer seines Arbeitsplatzes, verschanzt sich, leistet Widerstand. Kaltwütig. Er demonstriert in Gestalt der Helden und Kasper unserer Kultur, wandert durch Bücher, Bilder und den Bundestag. Und Thomas Freitag hegt den Verdacht: So doof wie wir manchmal scheinen, sind wir vielleicht gar nicht. Oder doch?

Thomas Freitag
Foto: © Pepijn Vlasman

Presse 21.01.2013

Wir sind alle nicht besser

Schauspieler Thomas Freitag gab sich auf der Bühne in Bad Emstal gesellschaftskritisch

Bad Emstal. Stimmenwirrwarr tönt aus den Lautsprechern und verwandelt den Bad Emstaler Kursaal am Samstagabend in einen Tatort. Dann ein lauter Knall. Bücher fliegen aus den Regalen, die auf der Bühne als Kulisse dienen. Es sind keine gewöhnlichen Bücher, es sind Geiseln, die der Bibliotheksangestellte Schüttlöffel in seine Gewalt gebracht hat.
Die Stadtverwaltung will aus Kostengründen seinen Arbeitsplatz dicht machen, was es mit allen Mitteln zu verhindern gilt.
Zeitgeist und politischer Irrsinn sind es, gegen die sich Schüttlöffels Wut richtet. Gegen angebliche Alternativlosigkeit, gegen das Sparen an der Kultur, Schnäppchenjagen, Kapitalismus und Gleichmacherei.
Für Schauspieler Thomas Freitag eine ideale Vorlage, die ihm mit Dietmar Jacobs ein Grimme-Preisträger auf den Leib geschrieben hat, der auch schon für den feinsinnigen Humor preisgekrönter TV-Shows wie „Stromberg“ oder die „heute-Show“ verantwortlich zeichnete. So ist es nicht verwunderlich, dass Freitag in „Der kaltwütige Herr Schüttlöffel“ gewohnt pointiert und witzig ein überzeugendes Bild gesellschaftlicher Befindlichkeiten abliefert.
Wer den in Alsfeld geborenen Künstler kennt, der weiß, dass dies nicht ohne den so ungeliebten Spiegel geht, den er auch seinen gut 200 Zuhörern in Bad Emstal vorhält: Brauchen wir in Marokko gepulte Nordseekrabben? Geländewagen, obwohl Drei-Liter-Autos möglich wären? Warum rennen wir zu Penny und Lidl und vergessen Tante Emma, bestellen aus Bequemlichkeit bei Amazon, nehmen dabei in Kauf, dass der Buchladen um die Ecke schließen muss?
Leichtfüßig unterwegs
Auf der Suche nach Antworten galoppiert Freitag leichtfüßig von Rolle zu Rolle. Da muss Friedrich Schiller der Profitgier seines Verlegers folgen und seine „Räuber“ überarbeiten. Der Pommesbudenbesitzer von nebenan steht dank der Fast-Food-Konzerne kurz vor dem Bankrott – und das, obwohl seine Pommes im Gegensatz zu den Zahnstochern von McDonalds noch schön dick und voller Fett sind, sodass sie nach dem Abkühlen sogar als Labello verwendet werden könnten.

Brillant: Thomas Freitag ist zwar nicht Autor seines aktuellen Bühnenstücks „Der kaltwütige Herr Schüttlöffel“, macht es durch sein geschicktes, intelligentes und pointiertes Spiel doch zu seinem eigenen. Auf Einladung der Volksbühne Bad Emstal begeisterte er am Samstagabend im Kursaal.

Foto: zhf

Auch Karl Marx ist dem Konsumterror erlegen, hat sich einen Dreierpack Tennissocken „made in China“ gekauft. Bei einem Preis von 2,30 Euro muss er sich eingestehen: „Meine Ideen sind super, sie hauen aber nicht hin, also schmeißt meine Bücher weg.“
Auch wenn Freitags temporeiches Spiel für Dauerlacher sorgt, vermag man als Zuschauer zumindest insgeheim seinem Rat folgen zu wollen, sich nicht länger über unfähige Politiker und Manager aufzuregen, denn: „Wir sind alle nicht besser.“

Von Sascha Hoffmann

2012: Hänsel und Gretel

Informationen zum Stück

Inhalt:

Norbert Nüsschen ist der beste Freund von Hänsel und Gretel, den beiden Kindern, die mit ihren Eltern in einer ärmlichen Hütte im Wald leben. Als gar nichts mehr zu essen im Haus ist und die Eltern fürchten müssen, dass alle verhungern, bringen sie die Kinder schweren Herzens in den Wald, weil sie hoffen, dass sie dort von Wanderern gefunden und mit nach Hause genommen werden.
Die Kinder treffen aber nicht auf Wanderer, sondern auf das Hexenhaus, in das sie die Hexe mit ihrer fiesen Katze lockt. Hänsel wird in einen Käfig gesperrt und Gretel muss für die Hexe schuften. Ob es Norbert Nüsschen, der leider nicht gerade der Hellste ist, und seinem Freund Walli Wühli gelingen wird, die beiden zu retten? Oder müssen sie sich selbst helfen?
Alle Kinder, die das Märchen kennen, wissen ja längst, was mit der Hexe am Schluss passiert. Aber welchen Anteil Norbert und Walli an der ganzen Sache haben, wird jetzt noch nicht verraten – schaut es euch einfach an!

Besetzung

Hänsel – Sina Nasemann
Gretel – Christin Risseler
Mutter – Antje Hörl, Dagmar Risseler
Vater – Ottmar Bulle
Norbert Nüßchen – Margret Risseler
Walli Wühli – Pamela Riedel
Hexe – Stefanie Hupfeld, Ilona Neumann
Katze – Nicole Schwedes
Rudi Rabe – Stephi Pante

Regie: Stephanie Hupfeld, Ilona Neumann
Maske: Stephanie Hupfeld, Ilona Neumann
Bühnenbild/Idee: Kathrin Kerber, Lothar Neumann
Kulissenbau: Arnold Geselle, Willi Heidl, Kathrin Kerber, Franz Teinzer
Technik: Uwe Hörl

Presse

Hänsel und Gretel:
Märchenhexe mit Knalleffekt

Volksbühne überrascht mit moderner Inszenierung

Bad Emstal. Wenn ein gutgelaunter Rabe die Karriereleiter zum Hofnarr erklimmen will, dafür neben dem „Kleinen grünen Kaktus“ auch noch „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen intoniert, dann denkt man nicht unbedingt an die Märchen der Brüder Grimm. Schon eher, wenn ein Eichhörnchen namens Norbert Nüsschen und Maulwurf Walli Wühl ihre besten Freunde Hänsel und Gretel nennen. Gewissheit bekommt man, wenn hinter dem phantasievollen Reigen im Bad Emstaler Kursaal die Volksbühne steht, die bekannt ist für Inszenierungen mit Überraschungseffekt. Das ist ihr auch in diesem Jahr wieder gelungen, dank einer Bearbeitung des Märchenklassikers durch ihren Vorsitzenden Lothar Neumann. Der hat dem Märchen rund um das Geschwisterpaar aus ärmlichen Verhältnissen einen modernen Anstrich verpasst, der so weit geht, dass die böse Hexe mit einem lauten Pyroknall im Ofen verschwindet und die neu erlangte Freiheit zum aktuellen Charthit von Robbie Williams gefeiert wird.
Die Geschichte aber bleibt weitestgehend die bekannte: Hänsel und Gretel (Sina Nasemann und Christin Risseler) leben mit ihren Eltern in einer kargen Hütte. Als sie nichts mehr zu essen haben, bringen Mama (Dagmar Risseler) und Papa (Ottmar Bulle) ihre Kinder schweren Herzens in den Wald, in der Hoffnung, dass sie von wohlhabenden Wanderern gefunden und mit nach Hause genommen werden. Hänsel und Gretel aber treffen auf das Hexenhaus, in das sie von der Hexe – bis hin zur fiesen Lache perfekt dargestellt von Ilona Neumann – und deren bösen Katze (Nicole Schwedes) gelockt werden. Hänsel wird in einen Käfig gesperrt, Gretel muss für die Hexe schuften. Das alles wäre kein Märchen, wenn am Ende nicht alle wieder glücklich vereint wären, in der Emstaler Version dank Walli Wühli (Pamela Riedel) und Norbert Nüsschen, der in seinem Eichelnotfallkoffer zwar nicht das passende Werkzeug für die Befreiung Hänsels parat hat, die Zange in letzter Sekunde aber doch noch heranschafft.

Froh, wieder vereint zu sein: Vater (Ottmar Bulle), Gretel (Christin Risseler), Hänsel (Sina Nasemann) und Mutter (Dagmar Risseler).

Foto: Hoffmann


Nicht alle Sprünge in die Moderne sind bei der Premiere am Samstagnachmittag nachvollziehbar, etwa dann, wenn Rudi Raabe zur Hitparade lädt, oder der Märchenklassiker durch eine Rätselshow unterbrochen wird. Doch den Darstellern, allen voran die grandiose, urkomische Margret Risseler als Norbert Nüsschen, gelingt es immer wieder, ihr Publikum zurückzuholen in den Märchenwald, dessen Zauber dank einer aufwändigen, professionellen Kulisse durchweg lebendig bleibt.

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2012: Pension Schöller

Informationen zum Stück

Inhalt: Ladislaus Robitzky möchte zu gern einmal eine Irrenanstalt von innen sehen. Er bittet seinen Neffen Alfred in Berlin, ihm einmal eine solche zu zeigen. Da Alfred finanziell von seinem Onkel unterstützt wird, gerät er nun in eine Zwickmühle. Wie soll er seinem Onkel diesen außergewöhnlichen Wunsch erfüllen? Sein Freund rät ihm, mit dem Onkel zur Pension Schöller zu gehen, die einige sehr exzentrische Gäste beherbergt. Gesagt – getan, der Abend läuft glatt, der Onkel amüsiert sich prächtig im Kreis der vermeintlich „Irren“. Die Situation droht aber zu eskalieren, als Onkel Alfred auf seinem Gut von allen „Insassen“ der Anstalt besucht wird! Der Major will sich mit ihm duellieren, die Schriftstellerin möchte zu gern noch mehr Details aus seinem aufregenden Leben für ihr neues Buch wissen, der Forschungsreisende will ihn mit auf seine Expedition nehmen, und Frau Schöller möchte ihn sogar als Schwiegersohn für ihre Tochter! Was nun?

Besetzung
Ladislaus Robitzky – Lothar Neumann
Ulrike, seine Schwester – Iris Altmann
Paula, ihre Tochter – Jessica Heinze/Stephanie Hupfeld
Ida, ihre Tochter – Nicole Schwedes
Alfred Robitzky, Neffe – Christian Schneider
Robert Wagner, Maler – Nico Preuß
Emilie Polkow, Kellnerin – Marika Bayer
Heinrich Gröber, Major a.D. – Manfred Altmann
Fritz Bernhardi, Großwildjäger – Jürgen Kleinhans
Sophie Malzpichler, Schriftstellerin – Ilona Neumann
Wanda Staudinger, Sängerin – Dagmar Risseler
Leo Schöller, Schauspieler – Wieland Beinert
Ludwig Schöller, Professor – Ottmar Bulle
Friederike, seine Frau – Antje Hörl/ Pamela Riedel
Frieda, beider Tochter – Steffi Pante

Souffleuse: Ramona Grede
Technik: Uwe Hörl, Roy Bayer
Bühnenbild/Idee: Lothar Neumann
Bühnenbau: Arnold Geselle, Willi Heidl, Franz Teinzer

Presse

Ganz vernarrt in die Irren

Volksbühne Bad Emstal zeigt im Jahr ihres 25-jährigen Bestehens die Komödie „Pension Schöller“

Bad Emstal. Der Anfang war beschaulich: Ein feiner Herr liest in einem Cafe Zeitung, ein anderer schaut missgelaunt um sich und eine Dame schreibt unentwegt etwas in ihr Notizbuch. Eine Kellnerin bedient alle freundlich mit Kaffee und Kuchen.
Was dann folgte, war ein vergnüglicher Abend im Kur- und Festsaal für über 200 Besucher, deren Lachmuskeln über alle Maßen herausgefordert wurden. Im Jahr ihres 25-jährigen Bestehens zeigt die Volksbühne Bad Emstal den Schwank „Pension Schöller“ in einer Bearbeitung von Wolfgang Spier.
Dabei ließ Lothar Neumann in der Rolle des Ladislaus Robitzky formlich die Zügel schießen. Er spielte den Mann, der besessen ist, einmal echte Irre treffen zu können. Sein Neffe Alfred (Christian Schneider) führt ihm deshalb die normal verrückten Bewohner der unbescholtenen Familienpension Schöller als Insassen einer Heilanstalt vor.
Tolle Leistung
Der Onkel amüsiert sich im Kreis der vermeintlichen „Irren“ prächtig. Die Situation droht aber zu eskalieren, als Onkel Ladislaus zu Hause von allen „Insassen“ der Anstalt besucht wird. Schön, wie die beiden Regisseurinnen Ilona Neumann und Stephanie Hupfeld Tempo in die Geschichte bringen und sie doch vor dem Umkippen in die Klamotte bewahren. Dazu tragen auch die tollen Leistungen wie die von Ilona Neumann als aufdringliche Schriftstellerin Sophie Malzpichler, Ottmar Bulle als überforderten Professor Ludwig Schöller, Manfred Altmann als Major a.D. Heinrich Gröbert, Iris Altmann als echauffierte Ulrike Robitzky sowie Wieland Beinert als Schauspieler Leo Schöller mit einem Sprachfehler, den er perfekt nachahmte, bei.

Sorgten für viele amüsante Momente: (von links) Wieland Beinert, Ilona Neumann, Marika Bayer und Manfred Altmann.

Foto: nh

Einen Extraapplaus gab es für Dagmar Risseier für ihren nicht immer ganz tonsicheren Gesang als Wanda Staudinger „Ich bin eine Dirne“. Immer wieder gibt es lustige Szenen mit skurrilen Figuren wie Jürgen Kleinhans als Großwildjäger, Fritz ßernhardi und Pamela Riedel als Friederike Schöller. Auch die anderen Darsteller der Volksbühne waren maßgeblich am Erfolg beteiligt: Nicole Schwedes, Nico Preuß, Marika Bayer und Steffi Pante. Das Stück spielt um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Neben den Kostümen sorgten Arnold Geselle, Willi Heidl und Franz Teinzer für das passende Bühnenbild. Uwe Hörl und Roy Bayer übernahmen die Technik.
Am Ende waren sich alle Zuschauer einig: Es lohnte sich, den Fernsehsessel für nahezu drei Stunden mit dem Theaterstuhl zu tauschen. Eine begeisterte Besucherin aus Kassel zog dieses Fazit: „Wer normal oder verrückt ist, ist lediglich eine Frage der Perspektive“.

(red)

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2015: Düsseldorfer Kom(m)ödchen

Dramen auf der Couch

Düsseldorfer Kom(m)ödchen spielt vor 300 Zuschauern

Bad Emstal. 80 000 Zuschauer sahen bisher den echten Publikumsrenner des Düsseldorfer Kom(m)ödchens „Couch – ein Heimatabend“. Im Kur- und Festsaal in Sand kamen noch einmal über 300 begeisterte Zuschauer dazu. Nahezu drei Stunden lang folgten Dialoge in einer turbulenten Reihenfolge, bei der kaum ein Auge bei den Gästen trocken blieb.
Mit der 71. Eigenproduktion in seiner 60-jährigen Geschichte landete das Düsseldorfer Kom(m)ödchen mit ihrem aktuellen virtuos komponierten Kabarett mit drei Akteuren in sieben Rollen einen niveauvollen Höhepunkt zu den Veranstaltungen zum 25. Geburtstag der Volksbühne Bad Emstai. Die Besucher erlebten das hervorragend eingespielte Ensemble Christian Ehring, Maike Kühl und Heiko Seidel in sieben Rollen mit politischen und nichtpolitischen Anspielungen sowie anderen provozierenden Statements ohne beleidigend zu werden.
In der Rückertstraße Nummer acht in Düsseldorf treffen die unterschiedlichsten Charaktere aufeinander: Auf einer weißen Couch gibt es private Minidramen, die zu immer absonderlicheren Verwicklungen führen. Da ist die allein erziehende Mutter ohne Liebesleben, eine ewig hungrige Studentin ohne Job, ein verhinderter Terrorist sowie ein Ehepaar, das von Tag zu Tag immer vertrottelter wird und sogar eine Leiche, die keine ist – mittendrin im Auge des Sturms auf der Couch und am Klavier ein erfolgloser Kabarettist ohne Freunde (Christian Ehring). Zusammen bilden sie die bunt zusammen gewürfelte moderne Form der Großfamilie. Dabei kann gerade Christian so viel geballtes Leben am wenigsten gebrauchen, muss er doch dringend Witze für seinen abendlichen Auftritt beim „Verband kritischer Metzger“ schreiben, und die fallen ihm derzeit durch die nervige Störung seiner überspannten Nachbarn ganz und gar nicht ein.
Der Schlussapplaus des Publikums im Kursaal dankte einmal den Protagonisten auf der Bühne, die die mitreißende Mixtur zwischen Kabarett, Theater und Sitcom spitzenmäßig boten und zum anderen der Volksbühne, die diesen Abend mit dem Düsseldorfer Kom(m)ödchen realisierte.

Verwicklungen: Christian Ehring, Maike Kühl und Heiko Seidel (von links) vom Düsseldorfer Kom(m)ödchen sorgten für ausgelassene Stimmung beim Publikum

Foto: nh

2012: Thomas Glup

Der Spaßvogel wurde lebendig

Thomas Glup schob die Brille auf die Nase und wurde zu Heinz Erhardt, dem Meister des Wortwitzes

Bad Emstal. Es ist die dicke schwarze Hornbrille, die ihn auf fast magische Art und Weise verwandelt. Kaum hat er sie auf, wird er zu Heinz Erhardt. Der Wirtschaftswunder-Spaßvogel lebt, könnte man meinen, wenn Thomas Glup aus Essen durch das alte Kassengestell blinzelt und verschmitzt grinsend feststellt: „Ach, was bin ich doch für ein Schelm.“
Doch der Meister des Wortspiels ist bekanntlich schon einige Jährchen tot, hat in Glup aber einen würdigen Nachfolger gefunden. Sprache, Gestik, Mimik – alles stimmt, abgesehen von der schlanken Erscheinung des Essener Schauspielers. Etwas mehr Bauch im schwarzen Anzug und man wäre sich sicher, Heinz Erhardt steht höchstpersönlich auf der Bühne des Kur- und Festsaals. Schließt man die Augen, wird der einstige Spaßvogel der Nation lebendig. Der Funke springt sofort über, so, wie auch bei früheren Auftritten des Erhardt-Experten in Bad Emstal.
Diesmal hat er ein „Best-Of“-Programm mitgebracht, und auch hier bleibt er seinem Vorsatz treu: Den Altmeister nicht imitieren, sondern vielmehr an ihn erinnern und die allseits bekannten Texte und Wortspielereien erneut zum Leben erwecken. Neben populären Werken bringt er auch weniger bekannte Texte vom Altmeister des Humors auf die Bühne, Klassiker wie „Immer wenn ich traurig bin, trink ich einen Korn“ dürfen dabei nicht fehlen und werden von den Emstalern lautstark mitgesungen und gesprochen. Unterstützt wird Glup, der im wirklichen Leben Beamter der Stadt Essen ist, durch den Pianisten Thomas Werner und seine langjährige Bühnenpartnerin Birgit Flamma.

Was für ein Schelm: Thomas Glup überzeugte im Bad Emstaler Kur- und Festsaal in der Rolle des Heinz Erhardt.

Foto: Hoffmann

Brille als Regisseur

Brille als Regisseur
Die Brille, ein echtes Original aus dem Film „Drillinge an Bord“, wird dabei zum Regisseur im Spiel zwischen Original und Fälschung. Hat er sie auf, spricht er als Erhardt. Nimmt er sie ab, versucht Glup selbst, so geschickt mit der Sprache zu spielen, wie sein Vorbild. Wenn er dann die Sketche, Liedvorträge und Lebensweisheiten auf die heutige Zeit überträgt, stellt er fest, wie aktuell Erhardts Witzeleien noch heute sind. Sie funktionieren noch immer, auch verpackt in aktuelle Thematiken. „Das hat ihm bis heute kein Comedian nachmachen können“, sagt er. Auch er selbst nicht, obwohl er dem Original schon erstaunlich nahe kommt, egal, ob derber Spruch oder feinsinniger Wortwitz. Wer weiß, vielleicht liegt es an der dicken schwarzen Hornbrille.

Von Sascha Hoffmann

2012: Aufräumtag

Aufräumtag am 08.08.2012

Vor dem großen Fest – dem zweitägigen „Tag der Offenen Tür“ anlässlich unseres 25-jährigen Vereinsjubiläums – kam erst mal das große Aufräumen im und rund um das Vereinshaus. Mit Schlepper, Anhängern, Besen, Schaufeln, Putzlappen und vielen anderen Utensilien gingen einige der Mitglieder fast einen ganzen Tag lang zu Werke, bis alles vorzeigbar und blitzeblank war. War anstrengend, hat aber auch großen Spaß gemacht!

Antje Hörl

2012: Märchentag Gudensberg

Märchentag in Gudensberg am 29.07.2012

Der Märchentag in Gudensberg scheint fester Bestandteil unserer Vereinsaktivitäten zu werden – und so proben wir auch fleißig das Auf- und Abbauen der Pavillons! : Den Rest des Nachmittags waren wir aber wie im Jahr zuvor fleißig mit Kinderschminken beschäftigt.

Antje Hörl

2012: Umzüge

Umzüge zum Frühlingsfest Balhorn und Viehmarkt in Wolfhagen

Auch in diesem Jahr präsentierte die Volksbühne Bad Emstal wieder ihr Weihnachtsmärchen zu den Festumzügen in Balhorn und Wolfhagen – im Jahr 2012 war dies „Hänsel und Gretel“ und alle Mitwirkenden waren nach den Märchenfiguren kostümiert. Regen und wenig Publikum gab es in Balhorn, in Wolfhagen blieben wir zum Glück trocken – aber mit beiden Umzügen hatten wir wie immer viel Spaß.

Antje Hörl